Mehr als zwei Möglichkeiten entdecken
Wenn eine Entscheidung nur noch als Entweder-oder erscheint, öffnet das Tetralemma weitere Blickrichtungen. „Etwas anderes“ lädt zusätzlich dazu ein, den bisherigen Rahmen zu verlassen.
Mehr als zwei Möglichkeiten entdecken
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Das Eine und das Andere stehen sich gegenüber. Beides und Keins erweitern den Raum; die fünfte Position öffnet den bisherigen Rahmen nach außen.
Deine Frage zum ModellWelche Möglichkeit wird sichtbar, wenn ich den bisherigen Entscheidungsrahmen erweitere?
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Den Zusammenhang verstehen
So liest du das Schaubild.
Die Mitte steht für deine aktuelle Entscheidungsfrage. Formuliere zunächst zwei konkrete Möglichkeiten, die sich für dich bislang gegenüberstehen. Die vier Richtungen erkunden unterschiedliche Antworten auf diese Frage. Die zusätzliche Position außerhalb lädt dazu ein, auch die Frage selbst zu verändern. Du musst keine Position bevorzugen, bevor du sie untersucht hast.
Das Eine: Betrachte Möglichkeit A so, als würdest du sie ernsthaft erwägen. Was ermöglicht sie dir, welche Bedingungen braucht sie und welchen Preis würdest du dafür in Kauf nehmen? Halte sowohl den Nutzen als auch die offenen Punkte fest. So entsteht ein genaueres Bild als durch ein spontanes Dafür oder Dagegen.
Das Andere: Untersuche Möglichkeit B mit denselben Fragen. Verwende vergleichbare Kriterien, damit du nicht die günstigste Vorstellung von A mit der ungünstigsten Vorstellung von B vergleichst. Frage auch, welche Information dir für eine faire Beurteilung noch fehlt.
Beides: Suche eine Verbindung, eine zeitliche Abfolge oder eine Aufteilung. Zwei Möglichkeiten müssen nicht gleichzeitig in vollem Umfang umgesetzt werden. Ein begrenzter Versuch oder eine Kombination einzelner Bestandteile kann neue Antworten liefern. Prüfe anschließend, ob diese Verbindung unter deinen tatsächlichen Bedingungen umsetzbar wäre.
Keins von beiden: Stelle dir vor, dass du zunächst keine der bisherigen Möglichkeiten wählst. Welches Anliegen würde dadurch sichtbar? Was möchtest du vielleicht vermeiden oder bewahren? Aus dieser Betrachtung kann ein weiterer Lösungsweg entstehen. Auch Abwarten braucht eine bewusste Begründung und gegebenenfalls einen Zeitpunkt zur erneuten Entscheidung.
Etwas anderes: Verlasse den bisherigen Rahmen und frage, welche Entscheidung eigentlich ansteht. Vielleicht geht es hinter „Bleiben oder gehen?“ zunächst um gewünschte Arbeitsbedingungen oder um ein klärendes Gespräch. Vergleiche die entstandenen Möglichkeiten anhand deiner wichtigsten Kriterien und wähle einen kleinen Schritt, mit dem du weitere echte Information gewinnen kannst.
Ein Beispiel aus dem Alltag
Aus „Job behalten oder kündigen“ können ein zeitlich begrenztes Nebenprojekt, eine andere Rolle oder zunächst die Klärung gewünschter Arbeitsbedingungen entstehen.
Die praktische Anwendung
Übertrage es auf deine Situation.
Schreibe deine Entscheidungsfrage und die beiden bisherigen Optionen auf. Lege zwei oder drei Kriterien fest, die dir dabei wichtig sind.
Erkunde A und B jeweils einzeln mit denselben Fragen nach Nutzen, Aufwand, Bedingungen und offenen Informationen.
Sammle je eine Möglichkeit für Beides und Keins. Prüfe auch eine zeitliche Kombination oder einen begrenzten Versuch.
Formuliere unter Etwas anderes eine neue Frage, die den bisherigen Rahmen erweitert. Halte fest, welches Anliegen dadurch deutlicher wird.
Vergleiche die Optionen anhand deiner Kriterien. Wähle einen überschaubaren Erkundungsschritt und einen Zeitpunkt, an dem du die Entscheidung mit den neuen Informationen erneut betrachtest.
Dein Ergebnis
Ein breiteres Spektrum an Optionen und ein gezielter nächster Erkundungsschritt.