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Wahrnehmung · Schaubild 03 / 87

Wie aus einer Situation Verhalten entsteht

Eine Situation, ihre persönliche Bedeutung und das eigene Erleben hängen zusammen. Du nimmst etwas wahr, ordnest es anhand deiner Erfahrungen und Werte ein und bemerkst Gedanken, Körperempfindungen und Gefühle. Aus deinem gesamten Zustand heraus handelst du. Das Schaubild macht diese Verbindungen besprechbar und zeigt Ansatzpunkte für eine bewusst gewählte Antwort.

Wie aus einer Situation Verhalten entsteht

Eine Situation, ihre persönliche Bedeutung und das eigene Erleben hängen zusammen. Du nimmst etwas wahr, ordnest es anhand deiner Erfahrungen und Werte ein und bemerkst Gedanken, Körperempfindungen und Gefühle. Aus deinem gesamten Zustand heraus handelst du. Das Schaubild macht diese Verbindungen besprechbar und zeigt Ansatzpunkte für eine bewusst gewählte Antwort.

Schaubild 03 · Wahrnehmung

Wie aus einer Situation Verhalten entsteht

Das vollständige Schaubild · zum Lesen von Einzelheiten auf dem Bildschirm vergrößern.

Situation

Was sehe, höre und bemerke ich tatsächlich?

Inneres Zusammenspiel

Bewertung / Werte

Welche Bedeutung gebe ich dem Geschehen?

Körperempfindung

Was spüre ich körperlich?

Gefühl / Emotion

Wie erlebe ich die Situation emotional?

Zustand → Verhalten

Aus welchem Zustand heraus handle ich und was tue ich?

Bewertung, Körperempfindung und Gefühl stehen in Wechselwirkung. Aus dem gesamten Zustand entsteht ein konkretes Verhalten.

Deine Frage zum Modell

Welche Bedeutung gebe ich dem Geschehen und welche Handlung möchte ich bewusst wählen?

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Den Zusammenhang verstehen

So liest du das Schaubild.

Oben steht die Situation. Beschreibe zunächst das, was tatsächlich geschehen ist: „Auf meine Nachricht kam bis zum Nachmittag keine Antwort.“ Diese Beschreibung ist die gemeinsame Grundlage, bevor du deine persönliche Bedeutung ergänzt.

Im Feld Bewertung und Werte fragst du, wie du das Geschehen einordnest. „Meine Frage ist unwichtig“ wäre eine Deutung; „Verlässlichkeit ist mir wichtig“ benennt einen Wert. Frühere Erfahrungen und Überzeugungen können beeinflussen, welche Bedeutung dir zuerst in den Sinn kommt.

Die beiden weiteren Kreise unterscheiden Körperempfindung und Gefühl. Ein Druck im Bauch beschreibt körperliches Spüren; Enttäuschung oder Ärger benennen ein emotionales Erleben. Du kannst beide Zugänge verwenden, um genauer zu sagen, was gerade in dir vorgeht.

Die Doppelpfeile stehen für mögliche Wechselwirkungen. Eine Deutung kann eine Empfindung verstärken; eine starke Empfindung kann wiederum deine Aufmerksamkeit auf bestimmte Gedanken lenken. Das ist eine vereinfachte Landkarte des Erlebens, keine starre Reihenfolge, die du in jedem Moment vollständig beobachten musst.

Der Ausgang verbindet das Zusammenspiel mit deinem Verhalten. Vielleicht ziehst du dich zurück, fragst nach oder vereinbarst einen Termin. Wenn du Beobachtung und Deutung getrennt hast, kannst du gezielter entscheiden, welche Handlung deinem Anliegen dient und welche Information du dafür noch benötigst.

Bei der Auswertung einer Übung kannst du die Bereiche einzeln erfragen: Was war wahrnehmbar? Welche Bedeutung hast du dem gegeben? Was hast du körperlich und emotional erlebt? Aus welchem Zustand heraus hast du gehandelt? Der Zusammenhang wird dadurch genauer, ohne aus einer einzelnen Beobachtung eine sichere Ursache für das gesamte Verhalten abzuleiten.

Die Unterscheidung eröffnet unterschiedliche kleine Anpassungen. Vielleicht braucht es eine geklärte Information, eine überprüfte Bewertung oder einen passenderen Rahmen. Probiere einen begrenzten Schritt aus und frage anschließend nach dem tatsächlichen Unterschied. Die Rückmeldung ergänzt dein bisheriges Verständnis des Zusammenspiels.

Ein Beispiel aus dem Alltag

Eine Antwort bleibt aus. Du unterscheidest die Beobachtung vom Gedanken „Ich bin unwichtig“ und entscheidest dich, freundlich nachzufragen, statt dich sofort zurückzuziehen. Eine Teilnehmerin deutet eine lange Pause als Ablehnung, bemerkt Anspannung und spricht schneller. Nach einer Nachfrage erfährt sie, dass die Gruppe über ihr Beispiel nachdachte. Die geklärte Information ermöglicht ihr, die Pause beim nächsten Versuch anders einzuordnen.

Die praktische Anwendung

Übertrage es auf deine Situation.

  1. Wähle einen überschaubaren Moment und beschreibe zuerst ausschließlich den beobachtbaren Ablauf.

  2. Notiere getrennt deine Bewertung, den berührten Wert, eine Körperempfindung und das Gefühl.

  3. Halte fest, aus welchem Zustand heraus du gehandelt hast und welches Ergebnis dadurch entstand.

  4. Formuliere eine weitere plausible Deutung oder eine konkrete Klärungsfrage. Wähle eine Handlung, die deinem Anliegen entspricht.

  5. Erprobe sie beim nächsten passenden Anlass und vergleiche die tatsächliche Wirkung mit deiner Erwartung.

  6. Unterscheide in einer Übungsauswertung beobachtbares Geschehen, persönliche Bewertung, Körperempfindung, Gefühl und Handlung. Wähle danach genau einen Punkt, den du beim nächsten Versuch verändern möchtest.

Dein Ergebnis

Ein sortierter Blick auf dein Erleben und eine bewusstere Handlungswahl.

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