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Sprache & Verstehen · Schaubild 33 / 87

Veränderung in kleinen Wörtern erkennen

Wörter wie „beginnen“, „fortfahren“, „aufhören“ oder „noch nicht“ setzen häufig bereits voraus, dass eine Veränderung stattfindet oder möglich sein soll. Wer diese Vorannahmen erkennt, kann bewusster zuhören und eigene Einladungen genauer formulieren.

Veränderung in kleinen Wörtern erkennen

Wörter wie „beginnen“, „fortfahren“, „aufhören“ oder „noch nicht“ setzen häufig bereits voraus, dass eine Veränderung stattfindet oder möglich sein soll. Wer diese Vorannahmen erkennt, kann bewusster zuhören und eigene Einladungen genauer formulieren.

Schaubild 33 · Sprache & Verstehen

Veränderung in kleinen Wörtern erkennen

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Beginnen & anfangen

Ein bisher nicht laufender Vorgang wird als nächster Schritt gesetzt.

Fortfahren

Ein bereits begonnener Prozess wird vorausgesetzt.

Aufhören

Ein gegenwärtig bestehendes Verhalten wird unterstellt.

Noch nicht & später

Eine mögliche künftige Veränderung klingt bereits mit.

Zulassen

Eine Möglichkeit und ein eigener Spielraum werden angesprochen.

Welche Veränderung ist vorausgesetzt?

Die fünf Wortfelder setzen unterschiedliche Veränderungen voraus. Prüfe bei jedem Feld, ob diese Annahme zum tatsächlichen Anliegen passt.

Frage

Welche Veränderung setzt mein Satz voraus, und ist sie gemeinsam gewünscht?

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Den Zusammenhang verstehen

So liest du das Schaubild.

Der gemeinsame Mittelpunkt ist die im Satz enthaltene Veränderungsannahme. „Wann hörst du auf, dich zu verstecken?“ setzt beispielsweise voraus, dass die Person sich versteckt. Das kann an ihrem tatsächlichen Erleben vorbeigehen. Eine offene Klärung würde zuerst fragen, wie sie die Situation selbst beschreibt.

Bei einer gemeinsam gewünschten Entwicklung können dieselben Wörter Orientierung geben: „Womit möchtest du beginnen?“ setzt den Beginn erst dann sinnvoll voraus, wenn das Vorhaben bereits vereinbart ist. Entscheidend ist deshalb nicht das Wort allein, sondern ob seine Annahme zur Situation und zur Entscheidung der Beteiligten passt.

Ein Beispiel aus dem Alltag

Du bemerkst in „Du hast dich noch nicht entschieden“ eine Erwartung an eine spätere Entscheidung. Du klärst: „Möchtest du darüber entscheiden, und welche Information brauchst du dafür?“

Die praktische Anwendung

Übertrage es auf deine Situation.

  1. Schreibe drei Sätze aus deinem Alltag auf, in denen eines der Veränderungswörter vorkommt.

  2. Benenne zu jedem Satz, welches Verhalten oder welche Entwicklung bereits vorausgesetzt wird. Prüfe, ob diese Annahme tatsächlich geklärt ist.

  3. Formuliere einen Satz offen um, wenn die Annahme unklar ist. Formuliere einen zweiten als konkrete Einladung, wenn die Veränderung bereits gewünscht ist.

  4. Erprobe eine Formulierung im passenden Gespräch und höre auf die Antwort. Lass die andere Person die Richtung bestätigen oder korrigieren.

Dein Ergebnis

Ein geschärftes Verständnis sprachlicher Vorannahmen und eine passendere Formulierung.

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