Vom Gesagten zur gemeinten Erfahrung
Was ein Mensch sagt, ist meist kürzer als das, was er erlebt und dabei gemeint hat. Oberfläche und Tiefe stehen hier für die ausgesprochenen Worte und den größeren Erfahrungszusammenhang dahinter.
Vom Gesagten zur gemeinten Erfahrung
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Der gesagte Satz enthält nur einen Teil der erlebten Situation. Durch Nachfragen klärst du fehlende Einzelheiten: Wer war beteiligt, was geschah genau und unter welchen Umständen? So wird verständlicher, was die Person mit ihren Worten meint.
Deine Frage zum ModellWelche Einzelheit fehlt mir noch, um den Satz wirklich zu verstehen?
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Den Zusammenhang verstehen
So liest du das Schaubild.
Beim Erzählen wählen wir aus und setzen vieles als bekannt voraus. Hinter einem kurzen Satz stehen deshalb oft weitere Einzelheiten zur erlebten Situation. Mit „Erfahrungszusammenhang“ ist gemeint, wer beteiligt war, was genau geschah, unter welchen Umständen es geschah und welche Bedeutung es für die Person hatte. Durch Nachfragen erfährst du, welche dieser Informationen im Satz noch fehlen. Fragen wie „Was ist genau passiert?“ oder „In welcher Situation meinst du das?“ helfen, die gemeinte Erfahrung genauer zu verstehen. Anschließend fasst du das Gehörte zusammen und prüfst beim Gegenüber, ob du es richtig verstanden hast.
Auch in einer Lerneinheit beschreibt die sprachliche Oberfläche nur einen Teil des Erfahrungszusammenhangs. Wenn jemand sagt „Die Übung war komisch“, weißt du noch nicht, welcher Moment gemeint ist. Eine hilfreiche Nachfrage lautet etwa: „An welcher Stelle war etwas unklar, und was hast du dort genau erlebt?“ Die Antwort kann sich auf den Auftrag, den Ablauf oder eine persönliche Bedeutung beziehen.
Frage in kleinen Schritten und lasse die Person selbst bestimmen, welche Einzelheiten sie teilen möchte. Du musst keinen verborgenen Inhalt erraten. Fasse das Gehörte anschließend zusammen und prüfe, ob deine Worte zum gemeinten Erfahrungszusammenhang passen. So wird aus einer allgemeinen Rückmeldung eine konkret bearbeitbare Frage.
Ein Beispiel aus dem Alltag
Aus „Die Zusammenarbeit ist schwierig“ wird: „Bei der Übergabe fehlen mir zweimal pro Woche die aktuellen Zahlen.“ Damit wird eine konkrete Vereinbarung möglich. Nach einer Demonstration sagt jemand: „Das war zu schnell.“ Du fragst, welcher Übergang gemeint war. Es stellt sich heraus, dass nur die Entscheidung zwischen zwei Schritten unklar blieb; genau diese Entscheidung erklärst du noch einmal.
Die praktische Anwendung
Übertrage es auf deine Situation.
Schreibe einen unklaren Satz auf, zum Beispiel „Das klappt einfach nicht“.
Frage nacheinander: Was genau? In welcher Situation? Was geschieht dabei? Welche Ausnahme gibt es?
Fasse das Ergebnis in einem konkreteren Satz zusammen und prüfe beim Gegenüber, ob du es richtig verstanden hast.
Nutze bei der Auswertung einer Übung eine konkrete Rückmeldung und kläre behutsam den zugehörigen Moment, die wahrgenommenen Einzelheiten und die noch offene Frage.
Dein Ergebnis
Eine nachvollziehbare Beschreibung anstelle einer pauschalen Aussage.