Vom äußeren Ereignis zum inneren Erleben
Das Kommunikationsmodell verbindet die Außenwelt mit der subjektiven Verarbeitung. Bestimmte Sinneseindrücke werden weggelassen, andere gedeutet und mit Erfahrungen verbunden; daraus entwickeln sich innere Vorstellungen, Gedanken, Gefühle und Verhalten.
Schaubild 05 · Das Kommunikationsmodell
Vom äußeren Ereignis
zum inneren Erleben.
Was du wahrnimmst, wie du es deutest und wie daraus Handeln entsteht.Das vollständige Schaubild · zum Lesen von Einzelheiten auf dem Bildschirm vergrößern.
01 Äußere Wahrnehmung
Was tatsächlich zu sehen, zu hören oder zu spüren ist.
Außenwelt
Eine Begegnung, ein Ereignis, eine Nachricht.
Die fünf Sinne
Deine Zugänge zum Geschehen
02 Verarbeitung
Erfahrungen und Überzeugungen prägen die persönliche Bedeutung.
Wahrnehmungsfilter
Was ankommt, wird verarbeitet.
Tilgung
Bestimmte Informationen weglassen
Verzerrung
Informationen deuten
Verallgemeinerung
Muster und Regeln bilden
03 Innere Erlebniswelt
Vorstellungen, Gedanken und Gefühle wirken zusammen. Rechts führt der Weg von unten nach oben zum Verhalten.
Mein Verhalten
Was ich daraus mache: sprechen, entscheiden, handeln.
Mein Zustand
Wie ich mich jetzt insgesamt erlebe.
Gefühle
So erlebe ich die Situation emotional.
Innerer Dialog
Das sage ich mir selbst dazu.
Gedanken
Diese Bedeutung gebe ich dem Erlebten.
Inneres Bild
So stelle ich mir das Geschehen vor.
Umrandungen zeigen zusammengehörende Bereiche.
Der Strom führt die verarbeiteten Eindrücke in die innere Erlebniswelt.
Pfeile zeigen die Richtung der Verarbeitung.
Doppelpfeile zeigen wechselseitige Einflüsse.
FrageWo auf dem Weg vom Ereignis zu meiner Reaktion kann ich genauer hinsehen?
ERFOLGREICH FREI SEIN · erfolgreichfreisein.de
Den Zusammenhang verstehen
So liest du das Schaubild.
Links beginnt das Modell bei der Außenwelt: einer Begegnung, einem Ereignis oder einer Nachricht. Beschreibe zunächst, was tatsächlich zu sehen, zu hören oder auf andere Weise wahrzunehmen war. Die fünf Sinneskreise gehören zu diesem gemeinsamen Zugang. Bereits die Aufmerksamkeit richtet sich auf bestimmte Einzelheiten, während andere im Hintergrund bleiben.
Der deutliche Pfeil führt zum Filtersystem. Tilgung bedeutet, bestimmte Informationen wegzulassen. Verzerrung beschreibt hier das Deuten und Umgestalten von Information. Verallgemeinerung bildet aus einzelnen Erfahrungen Muster und Regeln. Diese drei Begriffe helfen, die eigene Verarbeitung zu untersuchen; sie sind keine eigenständigen Schalter, die sich im Gehirn auf diese Weise abgrenzen ließen.
Erfahrungen und Überzeugungen können dazu beitragen, welche Einzelheiten dir auffallen und welche Bedeutung du ihnen gibst. Eine knappe Antwort kann zum Beispiel an frühere Zurückweisung erinnern. Der Blick auf die gegenwärtige Information bleibt wichtig: Welche Worte wurden tatsächlich verwendet, und welche zusätzliche Bedeutung entsteht in meiner eigenen Deutung?
An den drei Filtern beginnen breite Ströme. Sie laufen nach unten zusammen, gehen ins Grün über und münden im inneren Bild. Diese Verbindung macht sichtbar, dass verschiedene Verarbeitungsweisen in die eigene Vorstellung desselben Geschehens einfließen. Das innere Bild kann auch sprachliche oder andere erinnerte Sinneseindrücke umfassen; es muss kein deutliches Bild vor dem inneren Auge sein.
Rechts führt der Weg von unten nach oben. Aus der inneren Vorstellung entwickeln sich innere Dialoge und Gedanken; darüber stehen die Gefühle. Die gemeinsame Umrandung fasst diese Erlebniswelt zusammen. Doppelpfeile zeigen, dass Denken, inneres Sprechen und Fühlen sich gegenseitig beeinflussen können. Die Anordnung ist eine vereinfachte Gesprächslandkarte und bildet nicht jede zeitliche Wechselwirkung ab.
Weiter oben steht der gesamte Zustand und darüber das sichtbare Verhalten: sprechen, entscheiden und handeln. Dein Ansatzpunkt kann an verschiedenen Stellen liegen. Du kannst eine fehlende Information erfragen, eine Deutung prüfen, deinen inneren Satz genauer formulieren oder eine bewusste Pause vor der nächsten Handlung einlegen. Danach beobachtest du, welche Veränderung tatsächlich eingetreten ist.
Ein Beispiel aus dem Alltag
Eine knappe Nachricht wirkt auf dich unfreundlich. Durch die Nachfrage erfährst du, dass die Person zwischen zwei Terminen war, und ordnest den Ton neu ein.
Die praktische Anwendung
Übertrage es auf deine Situation.
Beschreibe ein konkretes Gespräch oder eine Nachricht anhand der tatsächlich beobachteten Einzelheiten.
Ergänze getrennt, welches innere Bild, welchen inneren Satz und welche Bedeutung du daraus gebildet hast.
Benenne dein Gefühl, deinen gesamten Zustand und das Verhalten, das anschließend sichtbar wurde.
Wähle einen Ansatzpunkt: eine fehlende Information erfragen, eine Deutung überprüfen oder eine bewusst andere Handlung erproben.
Vergleiche danach dein Verständnis und deine Reaktion mit dem Ausgangspunkt. Halte fest, was die neue Information oder Handlung verändert hat.
Dein Ergebnis
Eine nachvollziehbare Verbindung zwischen Wahrnehmung, Bedeutung und eigener Handlung.